Neuromotorische Entwicklungsförderung
INPP® - Birgit Pulz


Fechterstellung (ATNR)

(im englischsprachigen Raum wird vom Asymmetrisch-Tonischen-Nackenreflex (ATNR) gesprochen)

Fechterstellung (ATNR)

Der ATNR entsteht in der 16.-18. Schwangerschaftswoche. Er unterstützt den Muskelaufbau, stimuliert das Gleichgewichtsorgan und fördert damit die Gehirnentwicklung und erleichtert die Passage durch den Geburtskanal. Bei der Kopfdrehung des Kindes zur Seite beugen sich die Extremitäten auf der Seite des Hinterkopfes und strecken sich Bein und Arm der Gesichtsseite.

Hinweise auf eine persistierende Fechterstellung (ATNR):

Fechterstellung (ATNR)
  • Schwierigkeiten bei der Überkreuzung der Körpermittellinie. Das Baby hat Schwierigkeiten, ein Spielzeug von einer Hand in die andere zu übergeben. Beim Schulkind verändert sich die Schrift beim Überkreuzen der Mittellinie: die Schrift wird immer kleiner oder chaotisch; das Kind drückt stark auf oder verdreht das Heft; der linke Rand im Schreibheft zieht immer mehr zur Mitte.
  • Die Augen haben Probleme, bewegten Gegenständen zu folgen. Beim Lesen und Rechnen verliert das Auge beim Überkreuzen der Mittellinie die Buchstaben/Zahlen und es entstehen dadurch „Schussligkeitsfehler“.
  • Das Schreiben und Lesen automatisiert sich schlecht. Kinder, die im mündlichen Bereich vielleicht mit großer Phantasie glänzen, schreiben auffallend kurze Aufsätze. Auch verschlechtert sich die Denkleistung während des kräftezehrenden Schreibens oder die Kinder arbeiten extrem langsam, um alle Anforderungen zu bewältigen.
  • Da weiterhin beide Körperhälften ganz trainiert werden, fällt es den Kindern schwerer, eine eindeutige Seitendominanz (Händigkeit) zu entwickeln.
  • Fahrradfahren (lernen) ist häufig ein Problem, da der Arm der Kopfbewegung folgt und die Kinder dadurch im Zick-Zack-Kurs unterwegs sind. Guckt das betroffene Kind beim Rennen seitlich zum Ball, stolpert es oft, da das Gleichgewicht von den Kopfbewegungen gestört wird.
  • Diese ungelenken Bewegungsmuster werden von anderen Kindern schnell unbewusst wahrgenommen und führen häufig zu Hänseleien.

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